Wochenhighlight im Dezember
27. Dezember 2009, 20:15 Uhr, Ausstrahlung anlässlch des 20. Jahrestages der Rumänischen Revolution
Von der Macht des Verdächtigens
Eginald Schlattner, Schriftsteller und Gefängnispfarrer, erfuhr in exemplarischer Weise die Schrecken der rumänischen Diktatur. Als Angehöriger der deutschen Minderheit erlebte Eginald Schlattner schon als Zehnjähriger die Hinwendung vieler Siebenbürger Sachsen zum Nationalsozialismus.
Ende der 50er Jahre wird Schlattner als Student von der Securitate festgenommen. Die Schergen quälen ihn mit Schlafentzug und Schlägen. Nach Monaten schwerer Verhöre entschied er sich, damals vom Kommunismus überzeugt, Informationen über u. a. mehrere regimekritische Autoren preiszugeben.
In seinem kontrovers diskutierten Roman „Rote Handschuhe" rekapituliert Schlattner die zwei Jahre seiner Zellenhaft. Das Buch offenbart minutiös den Psychoterror des Geheimdienstes. Im Film begegnen wir dem in Siebenbürgen lebenden Autor und mehreren seiner Schicksalsgenossen, die die Verbrechen des rumänischen Regimes als politisch Inhaftierte überlebten. Die Recherchen führen uns zu ehemaligen Securitate-Offizieren, in ein ehemaliges Straflager und in die Behörde zur Aufarbeitung der Securitate-Akten.
Eginald Schlattners Erinnerungen sind ein herausfordernder Beitrag in der schmerzhaften
| Regie: | Walter Wehmeyer |
|---|---|
| Land: | Deutschland |
| Jahr: | 2008 |
| Länge: | 90 min. |